Nach der Begrüssung durch Kantonalpräsidentin Sandra Hess und den Grussworten von Gemeindepräsident Daniel Bichsel richteten die Delegierten den Blick dezidiert nach vorne. Diesen begann Sandra Hess mit einem Rückblick auf die erfolgreichen Regierungs- und Grossratswahlen 2026. Sie betonte die neue Dynamik: «Es ging ein Ruck durch unsere Partei. Nun werden wir dieses Momentum nutzen, um mit konkreten Taten Verantwortung für den Kanton zu übernehmen.»
Mit der Vorstellung der Grossratsfraktion 2026–2030 wurde die kommende Legislatur offiziell eingeläutet.
Klare Parolen für vernünftige Lösungen
Im Vorfeld der kommenden eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen diskutierten die Delegierten die anstehenden Vorlagen, welche von Nationalrat Christian Wasserfallen, Regierungsrat Philippe Müller und Grossrat Daniel Arn präsentiert wurden. Die Delegierten fassten folgende, eindeutige Parolen:
Nein zur Chaosinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!»: Die FDP lehnt dieses wirtschaftsfeindliche Experiment entschieden ab. Die Initiative setzt auf starre Begrenzungen statt auf echte Lösungen und gefährdet unseren Wohlstand, unzählige Arbeitsplätze sowie die Sicherheit massiv.
Ja zur Änderung des Zivildienstgesetzes: Die FDP unterstützt diese Vorlage, um die Wehrgerechtigkeit zu stärken und die langfristige Funktionsfähigkeit unseres Milizsystems sicherzustellen.
Ja zum Projektierungskredit für das Kunstmuseum Bern: Die FDP bekennt sich zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur im Kanton Bern und unterstützt den Kredit.
Mehr fürs Leben: FDP lanciert Steuersenkungsinitiative
Die FDP kündigte die neue kantonale Volksinitiative «Mehr fürs Leben» an, welche an der nächsten Delegiertenversammlung im August formell lanciert wird. Die Initiative verlangt eine spürbare und verbindliche Steuersenkung für alle natürlichen Personen im Kanton Bern.
Der Grund für diese Forderung ist offensichtlich: Der Staatsapparat des Kantons Bern ist in den vergangenen Jahren überproportional gewachsen und der Kanton verzeichnet massive Überschüsse (zuletzt über 870 Millionen Franken Ertragsüberschuss). Gleichzeitig wird es im Portemonnaie der Leute immer enger. Für die FDP ist klar: Wer solche Überschüsse schreibt, nimmt den Menschen zu viel Steuern ab. Die Initiative zielt darauf ab, die Kaufkraft zurückzugeben und das Staatswachstum zu stoppen, damit den Bernerinnen und Bernern am Ende des Monats «mehr fürs Leben» bleibt.